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LGBTQIA+ und Diversität in der Schule und Sexuellen Bildung!

LGBTQIA+ ist ein Akronym, für folgende Personengruppen: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Inter- and Asexuall, plus das Plus als inklusives Symbol, gerichtet an alle diejenigen, die sich noch nicht mit den Begriffen identifizieren können.

Was bedeuten die Flaggen zur Sexuellen Orientierung und Sexuellen Identität? Mit der Abkürzung einher gehen auch Flaggen. Zum Beispiel die Regenbogenflagge für die gesamte Community und jeweils einzelne Flaggen für Untergruppen (LINK zu Flaggen).

Was bedeutet LGBTQIA+? / Wofür steht LGBTQIA+?

LGBTQIA+ ist eine Abkürzung für eine heterogene Gruppe von Personen. Das Akronym ist in ständiger Weiterentwicklung und manche nutzen abgewandelte oder kürzere Varianten, zum Beispiel nur die Buchstaben LGB, die sich auf die sexuelle Orientierung beziehen. Diese Bezeichnung umfasst dann allerdings meist auch nur die genannte Untergruppe, und das hat politische Bedeutung. Unterstellt wird mitunter sozialer Ausschluss Das ist zumeist nicht der Fall. Eher geht es darum, die geteilten Interessen zu vertreten, die sich zwischen den Gruppen grundsätzlich unterscheiden können. 

Als kleinsten gemeinsamen Nenner mag man Marginalisierung nennen, also das Drängen bestimmter Bevölkerungsgruppen, an den gesellschaftlichen Rand. Durch diese Abgrenzung können oder dürfen solche Bevölkerungsgruppen mit geringerer Wahrscheinlichkeit am wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Geschehen teilhaben. Darüber hinaus aber ist es noch nicht für alle eingängig, wenn sexuelle Orientierung (LGB), sexuelle Identität (T), körperliche Merkmale (I) und die Ausprägung sexueller Interessen (A) zusammengefasst werden. Zudem ist der Buchstabe Q in der Bedeutung hoch individualisiert und wird sehr unterschiedlich genutzt, von Lebenseinstellung, politischs Statement oder Lebensweise (z.B. für Alliierte), über sexuelle Orientierung bis hin zur sexuellen Identität. 

Zumindest aber ist es sinnvoll zu verstehen, dass es sich insgesamt um eine sehr heterogene Gruppe bei der Bezeichnung LGBTQIA+ handelt.

Kurzes Akronym, ambivalente Bedeutungen! Was ist die Regenbogencommunity? 

Der Begriff ist zum einen normativ und politisch aufgeladen, zum anderen hat er viele Bedeutungen. Grundlegend gilt, die damit oft gemeinte Gruppe ist sehr heterogen und nicht jede Person, die per definitionem im Akronym abgebildet ist, identifiziert sich mit der “Regenbogen-Community”. 

Für manche Personen ist LGBTQIA+ positiv besetzt und Zeichen einer progressiven Bewegung für Vielfalt, die sich für Rechte, Teilhabe, Sichtbarkeit, aber auch Vernetzung und gemeinsame (und sichere) Freizeit und Lebensgestaltung einsetzt. Für viele (junge) Menschen dient die Community als Rückhalt, wenn sie ihre sexuelle Orientierung oder Identität explorieren oder Diskriminierung erfahren und sie erleben Zugehörigkeit. Sie bekommen Zugang zu Informationen und Unterstützung. Damit einher gehen originäre Beratungen von Anlaufstellen, aber auch allgemeiner, die Social Media Präsenz, die für viele bei der Suche nach Informationen und Vorbildern dienlich ist. 

Kritisch gesehen wird mitunter, dass LGBTQIA+ Bewegungen Differenzlinien verstärken und generell negativ auf Gruppendynamiken, die auf gesellschaftlicher Ebene angesiedelt sind, wirken könnten. Jüngst bildet sich auch radikalere Kritik aus, die Teilen der Bewegung, Ideologisierung, Polarisierung, Radikalisierung, Frühsexualisierung und Indoktrinierung von Menschen, aber auch von Kindern und Jugendlichen vorwirft. 

Die Sexualisierungdebatte ist in der Sexualpädagogik tief verankert und Kritikerinnen und Kritiker beziehen sich auf einschlägige Vorfälle (LINK zu KENTLER). Diese dunklen Vorfälle mitzudenken, kann eine kompetente und zukunftsweisende Sexuelle Bildung bedeutend positiv beeinflussen.

Was ist sexuelle Orientierung? Theorien zur sexuellen Orientierung. 

Die sexuelle Orientierung ist ein komplexes Konzept, das sowohl biologische als auch psychologische Aspekte umfasst. Zu den biologischen Perspektiven zählen Genetik und Hormone, aber auch Hirnstrukturen und -funktionen und psychologische Perspektiven. Genetische und hormonelle Faktoren spielen eine Rolle bei der Ausprägung der sexuellen Orientierung. Es gibt jedoch keine einzelnen, bestimmten Gene und die Wechselwirkung genetischer und biologischer Faktoren ist komplex und nicht vollständig erfasst. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass bestimmte Hirnstrukturen oder neurologische Unterschiede zwischen heterosexuellen und homosexuellen Individuen existieren können. Diese Unterschiede sind jedoch nicht als Ursache, sondern eher als Korrelate zu verstehen. 

Kann man Schülerinnen und Schülern Homosexualität einreden? 

Zu den psychologischen Perspektiven zählen (frühe) Erfahrungen und Umweltfaktoren in der Sozialisation. Dazu zählen unter anderem die Interaktionen mit der Familie, Peer-Gruppen und dem sozialen Umfeld, sowie die Identitätsentwicklung. Es gibt keine Hinweise darauf, dass man Menschen die sexuelle Orientierung einreden kann, wenngleich das eine oft geäußerte Furcht ist und Kritik an diversitätsinklusiver sexuellen Bildung begründet.

Welche sexuelle Orientierung gibt es? 

Sexuelle Orientierungen beziehen sich auf die emotionalen, romantischen und sexuellen Anziehungsmuster einer Person. Es gibt eine Vielzahl von sexuellen Orientierungen und es ist wichtig zu betonen, dass diese Aspekte der menschlichen Identität vielfältig und individuell sind. Hier sind einige beispielhafte sexuelle Orientierungen:

  • Heterosexualität: Anziehung zu Personen des anderen Geschlechts.
  • Homosexualität: Anziehung zu Personen des gleichen Geschlechts.
  • Bisexualität: Anziehung zu Personen unterschiedlichen Geschlechts.
  • Pansexualität: Anziehung unabhängig vom Geschlecht oder Geschlechtsidentität.
  • Asexualität: Das Fehlen oder eine geringe Neigung zu sexueller Anziehung. Asexuelle Menschen können romantische Anziehung erleben, aber sie verspüren wenig oder gar keine sexuelle Anziehung.
  • Demisexualität: Sexuelle Anziehung entsteht erst, wenn eine emotionale Verbindung vorhanden ist.
  • Queer: Ein Überbegriff, der oft von Menschen verwendet wird, deren sexuelle Orientierung nicht exakt durch gängige Begriffe wie hetero-, homo- oder bisexuell beschrieben wird.

Diese Kategorien sind allgemeine Begriffe, die nicht immer die Vielfalt der individuellen Erfahrungen widerspiegeln. Menschen können ihre sexuelle Identität auf unterschiedliche Weise verstehen und ausdrücken und es gibt viele weitere Begriffe und Identitäten, die die Vielfalt der menschlichen Sexualität erfassen können. 

Wie entsteht die sexuelle Orientierung? Ist Homosexualität genetisch und angeboren? Wann ist die sexuelle Orientierung abgeschlossen?

Die Wechselwirkung zwischen biologischen und psychologischen Faktoren ist komplex, und die Forschung auf diesem Gebiet ist nicht abgeschlossen. Darüber hinaus variiert die sexuelle Orientierung zwischen Individuen und es gibt keine einheitliche Erklärung für die Vielfalt der sexuellen Orientierungen. Es deutet sich allerdings an, dass die sexuelle Orientierung relativ früh ausgebildet wird (vielleicht um das dritte Lebensjahr), dann aber über die Lebensspanne fluide sein kann. 

Insgesamt betonen aktuelle Perspektiven die multidimensionalen Einflüsse auf die sexuelle Orientierung und lehnen simplifizierende oder pathologisierende Erklärungen ab. Respektvolle und akzeptierende Haltungen gegenüber der Vielfalt der sexuellen Orientierungen sind in psychologischen und gesellschaftlichen Kontexten von Bedeutung.

Woran erkennt man sexuelle Orientierung? Woran erkenne ich meine sexuelle Orientierung? 

Die sexuelle Orientierung ist eine komplexe und persönliche Facette der Identität, die sich durch emotionale, romantische und sexuelle Anziehung zu anderen Menschen ausdrückt. Es gibt keine spezifischen äußeren Merkmale oder Anzeichen, die die sexuelle Orientierung einer Person eindeutig bestimmen können. Manche wählen aber, die eigene sexuelle Orientierung auszudrücken, zum Beispiel durch das Tragen von Symbolen. Zu möglichen Symbolen zählen beispielsweise Regenbogenschlüsselanhänger, Flaggen, oder Ohrringe und insgesamt der Look, der zum Beispiel androgyn (also absichtlich geschlechtsunspezifisch sein kann). Achtung: Diese Zeichen verändern sich über die Zeit und sind nicht eindeutig. 

Hier sind einige Überlegungen, die helfen können, deine eigene sexuelle Orientierung besser zu verstehen:

  • Gefühle der Anziehung: Reflektiere über deine Gefühle der Anziehung zu anderen Menschen. Welches Geschlecht oder welche Geschlechter wecken bei dir romantische und/oder sexuelle Interessen?
  • Fantasien und Träume: Deine sexuellen Fantasien und Träume können Hinweise darauf geben, welche Art von Beziehungen oder Partnerinnen/Partnern dich ansprechen.
  • Erfahrungen und Beziehungen: Die Art und Weise, wie du dich in vergangenen oder gegenwärtigen Beziehungen zu anderen Menschen gefühlt hast, kann Aufschluss über deine sexuelle Orientierung geben.
  • Selbstreflexion: Nimm dir Zeit für Selbstreflexion und erkunde, wie du dich selbst siehst und welche Identitäten am besten zu deinen Gefühlen passen.
  • Akzeptanz: Akzeptiere, dass sexuelle Orientierung fließend und veränderlich sein kann. Es ist in Ordnung, wenn du nicht sofort eine klare Antwort findest.
  • Gespräche mit anderen: Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann hilfreich sein. Es gibt auch professionelle Beratungsdienste und LGBTQ+-Gruppen, die Unterstützung bieten können.(Link zu möglichen Beratungsstellen ggf, die wir geprüft empfehlen könnten)

Die Entdeckung der eigenen sexuellen Orientierung ist ein individueller Prozess. Weder gibt es einen festen Zeitrahmen noch vorgegebene und eindeutige Verhaltensweisen. Es ist zudem in Ordnung, unsicher zu sein oder sich im Laufe der Zeit zu verändern. Wichtig ist, dass du dich in deiner Identität wohlfühlst und die Freiheit hast, deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Dies gilt heute in alle Richtungen, wenn es früher vor allem einen Druck gab, nicht andersartig, also Teil einer Minderheit zu sein, gibt es heute zusätzlich den Druck, nicht zu normal oder heteronormativ zu sein. Beides ist in Ordnung, es ist ein Spannungsfeld und du navigierst nur für dich!

Wie viele Sexualitäten gibt es? 

Die Anzahl der möglichen sexuellen Identitäten ist im Wesentlichen unbegrenzt, da sie stark von der Vielfalt menschlicher Erfahrungen und Gefühle abhängt. Es gibt viele Begriffe und Identitäten, die Menschen verwenden, um ihre eigene sexuelle Identität zu beschreiben. 

Hier sind einige Beispiele:

  • Heterosexualität: Anziehung zu Personen des anderen Geschlechts.
  • Homosexualität: Anziehung zu Personen des gleichen Geschlechts.
  • Bisexualität: Anziehung zu Personen unterschiedlichen Geschlechts.
  • Pansexualität: Anziehung unabhängig vom Geschlecht oder Geschlechtsidentität.
  • Asexualität: Das Fehlen oder eine geringe Neigung zu sexueller Anziehung.
  • Demisexualität: Sexuelle Anziehung entsteht erst, wenn eine emotionale Verbindung vorhanden ist.
  • Transgender: Eine Person, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
  • Nicht-binäre Personen können eine Geschlechtsidentität haben, die außerhalb der traditionellen binären Vorstellungen von Geschlecht liegt.
  • Genderqueer: Ein Überbegriff für Personen, deren Geschlechtsidentität nicht den traditionellen Erwartungen entspricht.
  • Genderfluid: Eine Person, deren Geschlechtsidentität sich im Laufe der Zeit verändern kann. 
  • Polysexualität: Anziehung zu mehreren, aber nicht allen Geschlechtern.
  • Androgynosexualität: Anziehung zu Personen, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich identifizieren.
  • Skoliosexualität: Anziehung zu Personen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität.
  • Graysexuality: Eine sexuelle Orientierung, bei der sexuelle Anziehung sporadisch, geringfügig oder unter bestimmten Bedingungen auftritt.

Es gibt viele weitere Begriffe und Identitäten, die die Breite menschlicher Sexualität erfassen. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Identitäten nicht statisch sind und dass Menschen ihre eigenen Begriffe wählen können, um ihre Erfahrungen am besten zu beschreiben. Respekt und Verständnis für die Vielfalt der sexuellen Identitäten sind wesentlich, um eine inklusive und unterstützende Gesellschaft zu fördern.

Welche Geschlechter gibt es?

Auf das Konzept gibt es verschiedene Sichtweisen und die Perspektiven stehen sich kontrovers gegenüber. 

Biologische Perspektiven, die auch negativ konnotiert “biologistisch” genannt werden, verstehen das Geschlecht als natürlich, angeboren und in Abhängigkeit von der körperlichen Ausprägung. Dahingehend wird von binärer und genetisch festgelegter Geschlechtlichkeit ausgegangen, mit Abweichungen von Intersex (genetisch, hormonell oder anatomisch) (LINK zu INTERSEX BUNDESVERBAND). Diese Perspektiven weisen, entgegen mancher Annahme, nicht zurück, dass Geschlechterrollen sozial konstruiert sind und als unpassend erlebt werden können. 

Dem gegenüber stehen Perspektiven, die das Geschlecht als sozial konstruiert verstehen und damit als Gegenstand von erlebter Identität. Nach diesem Verständnis ist das Geschlecht komplex und kulturell sowie historisch variabel. In den letzten Jahren hat in diesem Diskurs eine stärkere Anerkennung der möglichen Vielfalt von Geschlechtsidentitäten zugenommen. Bis heute wird das Thema kontrovers verhandelt. Hier sind einige Begriffe im Zusammenhang mit Geschlecht aus sozial konstruktivistischer Perspektive:

  • Nicht-binär: Personen, die sich nicht exklusiv als männlich oder weiblich identifizieren. Die Identität kann außerhalb der traditionellen binären Vorstellungen von Geschlecht liegen.
  • Genderqueer: Ein Überbegriff für Personen, deren Geschlechtsidentität nicht den traditionellen Erwartungen entspricht.
  • Genderfluid: Personen, deren Geschlechtsidentität sich im Laufe der Zeit verändern kann.
  • Agender oder Genderneutral: Personen, die sich keiner Geschlechtsidentität oder keinem Geschlecht zugehörig fühlen.
  • Bigender: Personen, die sich als zwei Geschlechter identifizieren, entweder gleichzeitig oder zu verschiedenen Zeiten.
  • Demiboy/Demigirl: Personen, deren Geschlechtsidentität teilweise, aber nicht vollständig, mit männlich oder weiblich übereinstimmt.
  • Androgyn: Personen, die sich mit Merkmalen beider Geschlechter identifizieren oder Merkmale beider Geschlechter zeigen.
  • Two-Spirit: Ein Begriff, der von einigen indigenen Kulturen in Nordamerika verwendet wird, um eine nicht-binäre Geschlechtsidentität zu beschreiben.

Die Art und Weise, wie Menschen ihre Geschlechtsidentität definieren, kann individuell sein und die obigen Begriffe sind nur einige Beispiele. Auch die Sprache und das Verständnis von Geschlecht variieren in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften und das Thema wird bis dato auch im Westen kontrovers verhandelt.

Was ist Intersex? Ist Intersex eine sexuelle Orientierung? 

Menschen, die als intersex gelten, können biologische Merkmale haben, die nicht eindeutig den typischen Definitionen von männlich oder weiblich entsprechen. Diese Variationen können auf genetischer, hormoneller oder anatomischer Ebene auftreten.

Intersexualität ist nicht mit Geschlechtsidentität zu verwechseln. Geschlechtsidentität bezieht sich darauf, wie eine Person sich selbst fühlt und identifiziert (männlich, weiblich, nicht-binär usw.), während Intersexualität biologische Aspekte betrifft.

Intersex kann verschiedene Formen annehmen, darunter:

  • Genetische Intersexualität: Variationen in den Chromosomen, wie etwa das Vorhandensein von XXY (Klinefelter-Syndrom) oder XO (Turner-Syndrom).
  • Hormonelle Intersexualität: Unterschiede in den Hormonspiegeln, die die Entwicklung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale beeinflussen können.
  • Anatomische Intersexualität: Unterschiede in den äußeren Geschlechtsorganen, inneren Fortpflanzungsorganen oder anderen geschlechtsbezogenen Merkmalen.

Intersex tritt natürlicherweise auf und ist keine medizinische Störung (manche weisen auch den Begriff des Syndroms deswegen zurück!). 

In der Vergangenheit wurden jedoch oft und sehr früh in der Entwicklung medizinische Eingriffe vorgenommen, um das äußere Erscheinungsbild an eine der traditionellen Geschlechtskategorien anzupassen. Dies hat zu einer Bewegung für die Rechte von intergeschlechtlichen Menschen geführt, die darauf abzielt, medizinische Eingriffe zu minimieren, und das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Personen zu respektieren. Eingriffe werden deshalb erst im mündigen Alter, auf eigenen Wunsch oder oft auch gar nicht durchgeführt. Stattdessen setzt man sich heute für Respekt gegenüber der geschlechtlichen Vielfalt und Individualität und subjektiver Bedeutung ein. Dahingehend gibt es eine rege Debatte und Interessensgruppen, die sich politisch engagieren und Aufklärungsarbeit leisten (LINK).

Welche Pronomen gibt es? 

Pronomen sind Wörter, die anstelle von Substantiven verwendet werden, um auf Personen oder Dinge zu verweisen. Bei Personen verweisen sie im Deutschen auf die Geschlechtsidentität. Hier sind einige Pronomen, die Menschen verwenden können:

  • Er/sie/ihn/ihr/sein/ihr (männlich/weiblich):
    • Beispiel: Er geht ins Kino. Sie liest ein Buch.
  • Sie/ihre/ihnen (weiblich):
    • Beispiel: Sie arbeitet in der Bibliothek. Ich habe ihre Jacke gefunden.
  • Es/sein/ihm (neutral, für nicht-menschliche Dinge oder Tiere):
    • Beispiel: Das ist mein Hund. Es ist sehr süß.
  • Sie/ihr/ihnen (neutral, für Menschen):
    • Beispiel: Alex kommt später. Ich habe ihnen schon Bescheid gesagt.
  • Du/dein/dich (informell, für eine Person, wenn man mit ihr auf Du-Ebene ist):
    • Beispiel: Wie geht es dir? Dein Fahrrad steht draußen.
  • Ihr/euch/euer (informell, für mehrere Personen, wenn man mit ihnen auf Du-Ebene ist):
    • Beispiel: Kommt ihr mit? Ich habe euer Geschenk bekommen.
  • Wir/uns/unser:
    • Beispiel: Wir gehen zusammen ins Kino. Das ist unser Auto.
  • Es gibt auch Pronomen, die spezifisch für nicht-binäre oder geschlechtsneutrale Identitäten verwendet werden, wie:
    • sie/sie/ihr (neutral): Beispiel: Sam geht in die Stadt. Sie trifft ihre Freunde.
    • sie/er/ihm/ihr/ihrs (geschlechtsneutral): Beispiel: Taylor ist Künstler. Ihr Werk ist beeindruckend.

Einige Menschen verwenden Pronomen, die nicht in die binären Kategorien von männlich und weiblich fallen. Diese werden auch Neo-Pronomen genannt. Neo-Pronomen, auch als individuelle Pronomen oder geschlechtsneutrale Pronomen bezeichnet, sind Pronomen, die von Menschen verwendet werden, die sich außerhalb der traditionellen binären Geschlechtskategorien identifizieren. Im Folgenden sind einige Beispiele: 

  • sie/xie/zie/hir/hirs:
    • Beispiel: Xie geht ins Kino. Ich habe hir schon Bescheid gesagt.
  • ey/em/eir/eirs/emself:
    • Beispiel: Ey liest ein Buch. Das Buch gehört eir.
  • thon/thon/thons/thonself:
    • Beispiel: Thon kommt später. Ich habe thon schon eingeladen.
  • ae/aer/aers/aerself:
    • Beispiel: Ae geht spazieren. Ich habe aer schon gefragt.

Es gibt viele weitere Neo-Pronomen, öfters werden auch englische Worte herangezogen (wie “they/them”), da Menschen ihre eigenen Pronomen entwickeln, um ihre Geschlechtsidentität auszudrücken.

Trans* Personen/ Transsexualität: Zwischen Polarisierung, normativer Aufladung und individuellem Lebensweg. 

Heiß diskutiert und ebenfalls ambivalent verhandelt wird das Thema Transsexualität. Besorgt und kritisch werden dahingehend Transitionen von (jungen) Menschen gesehen. Laut Kritik handelt es sich bei mancher Transition eher um entwicklungsprogrammatische Identitätskrisen oder Krisen aufgrund homosexueller Interessen und die diskursive Betonung um das Thema wird als indoktrinierend und gefährlich erlebt. 

Andere wiederum freuen sich, dass Transsexualität mehr Aufmerksamkeit bekommt und Stimmen von der Community selbst mehr Gehör finden.

Inmitten dieser Pole kann eine balancierte und überlegte Haltung, die Ambivalenz aushalten kann, den meisten Situationen und Menschen gerecht werden.

Hervorheben: Wichtig zu wissen: Es liegen zum Thema Stand 2014 noch keine abschließend gesicherten Forschungsarbeiten vor. 

Wie gehe ich mit Transsexualität in der Schule um? Wie kann ich trans* Jugendlichen helfen? 

Das Dilemma mag darin liegen, dass für trans Personen, dasernst nehmen und die Anerkennung für Ihre Identität ausschlaggebend und wichtig sind.Transitionen können dabei als “leben rettend” erlebt. Dieselben Maßnahmen können aber für Personen, die sich hingegen in einer programmatischen Krise befinden, problematisch sein (LINK zu nicht trans*feindlichem DETRANSITIONEN INSTA-ACCOUNT). 

In diesem ambivalenten Feld gibt es daher keine standardisierten Bewertungen und allgemeine Regeln- Es sind immer Einzelfälle, bei denen abgewogen werden soll. Falsch ist, wenn sich Haltungen polarisieren und dann wenig konstruktiv gegenüberstehen. Es bleibt uneindeutig und ambivalent. Manche Transition ist angemessen, andere nicht. Auch manche Person in Detransition, bereut nie die erste Transition – diese Ambivalenz ist auszuhalten, im besten Fall mit Neugierde und ergebnisoffen zu begegnen und zu respektieren. 

Gleichwohl gilt es eine überlegte Haltung zu entwickeln, die die mitschwingende Uneindeutigkeit tragen und sensibel verhandeln kann. Für die Praxis kann es eine Idee sein, (Identitäts-)Krisen immer anzuerkennen und zu signalisieren, dass unser Gegenüber gesehen und ernst genommen wird. Dann gilt es die Bedeutung zu explorieren und dabei Individualität und Situation zu berücksichtigen (was in mancher Situation Hilflosigkeit oder Verzweiflung ist, kann in anderen Situationen Machtausübung sein). Nach diesen ersten Schritten kann schließlich unter Einbezug des Umfeldes überlegt werden, ob eine abwartende Haltung angemessen ist. 

In jedem Fall schädlich sind vorschnelle Entscheidungen, Polarisierung, Vereindeutigung und Vereinfachung.  

Welche Themen zum Thema Transsexualität gehören in die Schule? Gehört Transsexualität in den Schulunterricht? 

Die sexuelle Bildung im Bereich Transsexualität kann sich zur Aufgabe machen, ein Verständnis für die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten und -ausdrücke zu fördern. Im Folgenden  sind einige Aspekte, die in der sexuellen Bildung zum Thema Transsexualität berücksichtigt werden können, gelistet:

  • Das Konzept von Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck (wie eine Person sich selbst identifiziert) und der Geschlechtsausdruck (wie eine Person sich nach außen hin präsentiert) können unterschieden werden. Transsexualität bezieht sich auf Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
  • Unter Vielfalt der Geschlechtsidentitäten wird eine breite Palette von Geschlechtsidentitäten, einschließlich nicht-binärer Identitäten verstanden. Menschen können sich als männlich, weiblich, beides, weder noch, oder ganz anders identifizieren. Dies geht mit diversen psychosozialen Bedeutungen einher, wie Selbstakzeptanz, sozialen Rollen, gesellschaftlicher Ordnung und Macht.
  • Ein Ziel Sexueller Bildung in Bezug auf Vielfalt kann sein, Akzeptanz und Respekt als grundlegende Haltung zu vermitteln. 
  • Zum Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt können auch Kompetenzen im Umgang mit Begriffen und Kommunikation zählen, wie z.B. Pronomengebrauch, Bezeichnungen, aber auch kommunikativer Umgang mit Grenzüberschreitung und Respekt vor Privatsphäre.

Strittig bleibt, inwiefern körperliche Spezifika und methodische Möglichkeiten für Transitionen Teil der allgemeinen Sexuellen Bildung sein sollen und welche Wirkung das hat. Wenn Sie sich dafür entscheiden, gibt es auch dahingehend inklusives Material. 

“Gibt es noch Diskriminierung von Schwulen?” Sexuelle Vielfalt und Diskriminierung: Wie können Lehrkräfte unterstützen?

Für die Lebensgestaltung bedeutsam sind neben der Selbstakzeptanz auch das soziale Umfeld und die Wechselwirkung beider Aspekte. In der Sexuellen Bildung können dahingehend folgende Ziele einhergehen:, 

  • Normalisierung der Vielfalt sexueller Orientierungen
  • Vermittlung von Akzeptanz und Wissen 
  • Zugang zu institutionellen, sowie mediale Anlaufstellen aufzeigen, bei denen,diskret Informationen und Schutzräume (digital oder face-to-face) und Teilhabemöglichkeiten zugänglich gemacht werden.

Nicht in allen Regionen sind Orte der Begegnung Teil der Lebensrealität und Zugänge sind demografisch und kulturell (beispielsweise entlang von Konservatismus) ungleich verteilt. Wenn Zugang und Teilhabe erschwert sind, werden digitale Räume als hilfreich erlebt, das gilt sowohl für Dating über Apps, als auch für die Suche nach Anschluss, Vorbildern und Zugang zu Informationen über das Internet und Social-Media. 

Aktuelle Forschung zeigt, dass zwar erlebte Diskriminierung über einen längeren Zeitraum abnehmend war, aktuell aber wieder zunimmt und fortwährend Teil der Lebensrealität vieler Menschen und auch an Schulen verbreitet ist. Als wertvoll und unterstützend wird von der betroffenen Gruppe im Übrigen erlebt, wenn es Rollenmodelle online wie face-to-face gibt und Erwachsene sich explizit gegen Diskriminierung einsetzen. Auch das Coming-out ist weiterhin bedeutungsvoll und wird als Hürde erlebt. Dahingehend wird vor allem der Rückhalt von Familie, Peers und Institutionen als bedeutsam beschrieben. 

Ist Schule heteronormativ? 

In vielen Settings ist die Sexuelle Bildung und Schule allgemein heteronormativ und wenig inklusiv. Gleichzeitig gilt es in den neuen Paradigmen der Sexuellen Bildung mitzudenken, dass heteronormative Sexualität berücksichtigt wird. In neuesten Entwicklungen kann ein Druck des Exotischen entstehen, der Mehrheiten und Mehrheitsphänomene in der Suche nach neuen Normalitäten übersieht und mithin vernachlässigt. Dann kann es so wirken, als sei nur das Andersartige richtig und spannend. Auch in diesen neuen Paradigmen ist die Antwort auf gelungene Sexualität und Beziehung vorgegeben, zum Beispiel als bunt und andersartig. In dem Sinne ist Schule fast immer normativ, oft auch heteronormativ, insgesamt aber wäre eine ergebnisoffenere Schule erstrebenswert, die sich auch auf neue Antworten und schnelle Lösungen nicht unkritisch einlässt. Man könnte sagen: Nicht alles Neue ist auch progressiv und nicht alles Alte sollte bleiben, nur weil es etabliert ist.

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